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Kunsthandwerk, Silber, Russische Kunst, Bücher, Gemälde 19./20. Jahrhundert

482 DIDEROT, DENIS; JEAN

482 DIDEROT, DENIS; JEAN LE ROND D'ALEMBERT UND ANDERE. ENCYCLOPEDIE, OU DICTIONNAIRE RAISONNE DES SCIENCES, DES ARTS ET DES METIERS [...]. Ein vollständiges Exemplar dieses „Denkmals in der Geschichte Europäischen Denkens; der Höhepunkt des Zeitalters der Aufklärung; eine wesentliche Triebkraft in der Untergrabung des Ancien Régime und in der Ankündigung der Französischen Revolution; eine fortdauernde Quelle für alle Aspekte der Zivilisationen des 18. Jahrhunderts.“ (PMM). Feinstes, umfassendstes und bedeutendstes enzyklopädisches Werk im Bereich der Wissenschaften, Künste und Berufe des 18. Jahrhunderts und wohl das einflussreichste Werk französischer Literatur. Die Idee für die Encyclopedie hatte Ursprung von dem Vorschlag des Verlegers Chambers Cyclopaedia ins Französische zu übersetzen. Doch Diderot (1713-84) überzeugte den Verleger, ein neues, analoges – aber im Bezug auf Größe und Umfang stark erweitertes – Werk neu zu verfassen, unter Einsatz aller aktiven Schriftsteller der Zeit, und unter Einbeziehung aller neuen Ideen und neuen Erkenntnisse, welche in der Bildungselite in Frankreich zirkulierten, aber größere Verbreitung brauchten, um wirkungsvoll zu sein. Die Bedeutung dieses Werkes liegt in den Beiträgen von über 200 Philosophen, Autoren, Wissenschaftlern und Juristen im Zeitalter der Aufklärung wie Voltaire, Montesquieu, Rousseau, Buffon, Marmontel, Necker, Condorcet, Turgot und anderen. Der Großteil der 71818 Einträge wurde jedoch von den Herausgebern Diderot und D'Alembert (1717-83) verfasst, gefolgt von Baron Holbach (der ca. 400 Beiträge verfasste). Außerdem ist die Encyclopedie für ihre feinen und präzisen Stiche bekannt. Laut der Titelseiten beinhaltet das Werk 3129 Tafeln, weil doppelte, dreifache oder vierfach aufklappbare Tafeln als 2, 3, oder 4 gezählt werden, was sich auf insgesamt 2796 Tafeln beläuft (wie in unserem Exemplar). „Der Zweck einer Enzyklopädie ist es, das auf der Welt verbreitete Wissen zu sammeln; dessen Generalplan den Menschen mit denen wir leben zu erklären und es denen, die nach uns folgen weiterzugeben; damit die Mühen vergangener Jahrhunderte in denen die folgen, nicht vergebens sein mögen; sodass unsere Nachfahren, indem sie besser unterrichtet sind dadurch tugendhafter und glücklicher sein mögen und damit wir nicht sterben mögen ohne uns um die Menschheit verdient gemacht zu haben“ (Diderot, zitiert aus einem Eintrag über Enzyklopädien im vorliegenden Werk). Die Encyclopedie hält das Recht auf religiöse Toleranz und spekulative Freiheit für selbstverständlich und beteuert die demokratische Lehre und dass das Hauptanliegen der Regierungen jeder Nation das Wohl des einfachen Volkes sein solle. Es ist auch eine Verherrlichung wissenschaftlichen Wissens einerseits und friedlicher Wirtschaft andererseits. 1759 wurde die Encyclopedie offiziell verboten, aber die Arbeit wurde fortgesetzt obwohl D‘Alembert seine Mithilfe zurückzog und Diderot alleine weiterarbeite. Da die Anzahl der Beitragenden groß war, gab es keinen begrenzten, sektiererischen Blickwinkel, wenngleich es eine Konvergenz im Bezug auf dessen Zweck gab. Als eine Anthologie aufgeklärter Meinungen in Bezug auf Politik, Philosophie und Religion ist die Encyklopedie das wichtigste Werk neuzeitlichen Denkens. Es bleibt außerdem ein Meilenstein in der Geschichte kolossaler Publikationsprojekte. Der vollständige Satz umfasst 35 Bände, die über fast 30 Jahre veröffentlicht wurden. Die ersten sieben Bände mit Beiträgen von Voltaire, Rousseau, Montesquieu und vielen anderen Leitfiguren der Aufklärung wurden in Paris mit dem Privileg des Königs veröffentlicht, welches allerdings 1759 entzogen wurde, wonach das Projekt stillgelegt wurde. Mit Hilfe, u.a. von Madame de Pompadour, wurden die übrigen Bände heimlich, mit einem fiktiven Druckort, gedruckt. Die Bände mit den Stichen haben einen anderen Werdegang, da sie nicht als subversiv angesehen wurden; sie wurden in Paris zwischen 1762 und 1772 veröffentlicht. Die Nachträge wurden in einer Edition veröffentlicht, allerdings in zwei Bänden; ein Band Druckort in Paris, der andere Band in Amsterdam, herausgegeben von Jean Baptiste Rene Robinet (1735-1820). Der Ergänzungsband der Tafeln zeigt als Druckort-Angabe ’Amst. and Paris’ und der zweibändige Index wurde 1780 veröffentlicht und von Pierre Mouchon (1733-97) herausgegeben. Hierbei handelt es sich um die Erstauflage mit einigen in Genf herausgegebenen Bänden. 35 Bände, Folio, Schmutztitel (mit Ausnahme der Textbände 8-17) Holzschnitt auf den Titelseiten, einige Holzschnitt-Initialen, Kopfleisten und Schlussvignetten, 7 aufklappbare Druckermarke typographische Tabellen, einige Holzschnitt-Illustrationen, Titelbild Stich in Band 1, 2796 Stichtafeln einschließlich einiger doppelseitiger und aufklappbarer Tafeln; vereinzelt fleckig und gebräunt, manchmal stärker, einheitliches gespenkeltes/meliertes Kalbsleder der Zeit, Buchrücken in Kompartimenten vergoldet, rote Buchkanten, marmorierte Vorsatzblätter, einige Bände mit leichten Werkzeug­ Abweichungen, 4 mit neuen, im Stil passenden Buchrücken restauriert, saubere Restaurierung der Buchrücken-Extremitäten. Verlag: Briasson, D. Le Breton, Durand, Paris, G. Cramer for C. J. Panckoucke Faulche, Geneva, Neuchatel and MM Rey, Amsterdam, 1751-80. Literatur: Brunet II, 700; En Francais dans le texte 156; Norman 637; PMM 200; Palgrave I, 577. (1200773) (10) 210 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.000 additional images.

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