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Gemälde Alter Meister - Dez 2018

Hampel Fine Art Auction - Gemälde Alter Meister - Katalog 3 - Dezember 2018

527 Pietro Liberi, 1614

527 Pietro Liberi, 1614 Padua – 1687 Venedig, zug. Liberi war bereits in frühen Jahren Schüler des Alessandro Varotari (1588-1649). Auftragsreisen führten ihn u. a. nach Konstantinopel und Tunis. 1638 traf er in Rom ein, um sich dort von den großen Werken Michelangelos (1475-1564), Raphaels (1483-1520), Annibale Carraccis (1560-1609) und Pietro da Cortonas (1596-1669) beeinflussen zu lassen. Mit dem bedeutenden Bildhauer Giovanni Lorenzo Bernini (1598- 1680) kam er in engeren Kontakt. Um 1643, zurück in Venedig, entstanden in der Folge zahlreiche Fresken in Schlössern, Villen und venezianischen Kirchen, Werke, von denen etliche in öffent lichen bedeutenden Sammlungen wie in die Eremitage Sankt Petersburg oder ins British Museum, London, gelangt sind. Sein Malstil insgesamt bezeichnet die klassizistische Prägung des Hochbarock, wobei seine oft gezeigte Vorliebe für Nacktheit ihm den Spitznamen Il Libertino eintrug. LOT UND SEINE BEIDEN TÖCHTER Öl auf Leinwand. 194 x 140 cm. Hinweisung an den Künstler durch Prof. Giuseppe Cantelli (Emerito di Storia dell’Arte Moderna, Universita del Studi di Siena), dem Gemälde ist die Expertise beigegeben. Im Gutachten werden Vergleichsbeispiele genannt, so etwa die Darstellung der Magdalena und des Heiligen Luigi Gonzaga in der Kirche von San Giovanni e Paolo in Venedig, das gegen 1650 zu datieren ist. Ferner nennt das Gutachten vergleichbare Werke, die für den höfischen Auftrag der Medici entstanden, darunter „Die drei Grazien“. Der wichtigste Hinweis im Gutachten dürfte der Zusammenhang des Frühwerks von Liberi mit dem Kreis des Florentiners Francesco Furini (1603/04-1646) sein. Das Gemälde ist – entsprechend der Ausstattungskunst von Villen oder Palästen – großformatig angelegt. Die dreifigurige Szene, in Lebensgröße wiedergegeben, zeigt Lot im Zentrum, leicht nach links, beinahe in schwankender Haltung sitzend, während er eine goldene Tazza in der linken Hand hoch hält, die von einer seiner Töchter mit einem goldenen Krug gefüllt wird. Lasziv hat sie ihr rechtes Bein über das Knie des Vaters gelegt, der dem Bibeltext des Alten Testaments gemäß, von den Töchtern verführt werden sollte. Die andere Tochter steht am linken Bildrand, der entblößte Oberkörper wirksam beleuchtet, ihr lächelnder Blick etwas herablassend auf den Vater gerichet. Der Maler hat es sich nicht nehmen lassen, neben der figürlichen Darstellung auch die Meisterschaft im Stofflichen zu beweisen, wie etwa in den Prunkgefäßen von Tazza und Krug, aber auch durch den großen goldenen Henkelkrug mit aufwendig gestalteter Reliefdekoration, was sicher auch den Herrschaftsanspruch des Auftraggebers symbolisieren sollte. (1171363) (5) (11) € 80.000 - € 100.000 Sistrix INFO | BIETEN tions.com 32 For around 4,300 additional detailed images: www.hampel-auctions.com

528 Florentinischer Meister aus dem Umkreis des Paolo Uccello, 1397 Florenz – 1475 MADONNA LACTANS Öl/ Tempera auf Pappelholz. 69 x 44 cm. Ungerahmt. Halbbildnis der Madonna in rotem Kleid, mit dunklem Mantelumhang. Das Haupt bedeckt mit einem Tuch, dessen Bänder beidseitig zur Mitte des Busens herabgeführt werden, ein für die Kleidertracht der Zeit ungewöhnlich selten dargestelltes Motiv. Das Kind in der linken Armbeuge der Mutter, nach links sitzend wiedergegeben, auf einem Kissen, das einem Steinsockel aufliegt. Das Kind ergreift die Brust der Mutter, diese mit der rechten Hand dargereicht. Ebenso ungewöhnlich ist die Wiedergabe des nach links - also der vom Kind abgewandten Seite - gerichteten Hauptes der Maria, mit leicht gesenkten Augenlidern und nachdenklichem Blick. Dadurch versucht der Maler den Eindruck zu vermitteln, als würde die Mutter neben der alltäglichen Handlung über die Zukunft des Kindes nachdenken. Der Hintergrund zeigt eine Landschaft mit links nahezu parallel nebeneinander stehenden Bäumen sowie einer Gebäudeanlage mit Türmen an der rechten Seite unter nahezu aubergineblauem, beinahe nächtlichem Hintergrund. Schon aufgrund der seltenen ikonografischen Motive hat das Gemälde eine gewisse Bedeutung, insbesondere deshalb, weil auch das Gesamtwerk des Paolo Uccello reich an ungewöhnlichen Bilddetails ist. Auch der dunkle Malhintergrund des Firmanents ist geradezu gestaltungstypisch für Werke des Meisters. Auch Uccellos „Marienbild mit dem Kind“, das sich im J. Paul Getty Museum befindet, zeigt einen ähnlich dunklen Hintergrund. Dieses Werk ebenfalls mit nahezu geometrisch gereihten Bäumen in der Landschaft. Des Weiteren ist auch eine Verwandtschaft in der Wiedergabe des Gesichtes zu erkennen. Literatur: Paolo d´Ancona, Paolo Uccello, Wien/ München 1960, Verlag Anton Schroll & Co. (1171501) (11) School of Florence, circle of Paolo Uccello 1397 Florence – 1475 MADONNA LACTANS Oil/ Tempera on poplar panel. 69 x 44 cm. Unframed. Half-portrait of the Virgin in red dress and dark cloak. Literature: P. d’Ancona, Paolo Uccello, Vienna/ Munich 1960. € 18.000 - € 25.000 Sistrix INFO | BIETEN All texts can be translated into your own language on our homepage via Google: www.hampel-auctions.com 33

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