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Gemälde Alte Meister – Teil 2

427 BALTHAZAR VAN DEN

427 BALTHAZAR VAN DEN BOSSCHE, 1681 1715, ZUG. DER REICHE UND DER TOD Öl auf Leinwand. Doubliert. 65 x 82,5 cm. In dekorativem Rahmen des 18. Jahrhunderts. In einem gut eingerichteten Interieur sitzen ein älterer Mann mit weißem Bart und blauem, teils mit Pelz ausgestattetem Gewand, und eine ältere Dame mit rotem Kleid und weißem großen Kragen auf zwei Armlehnstühlen an einem Tisch. Vor ihnen am Boden wertvolle teure Gegenstände, darunter Schalen, Pokale und Krüge aus Gold und Silber, ferner Münzen und einige alte Bücher. Auf der linken Seite hat sich gerade die Eingangstür geöffnet und der Tod, in Gestalt eines Skelettes, mit teils weißem Umhang, betritt den Raum. Voller Schrecken, mit abwehrenden Handgesten und großen, furchtvoll aufgerissenen Augen, versuchen sie diesen Besucher abzuwehren. Ein junger Mann zwischen ihnen ergreift beim Anblick des Skelettes mit erhobenen Händen die Flucht und der Tisch zwischen den beiden Alten, mit roter leuchtender Decke, wird dabei umgestoßen, sodass eine Schatztruhe mit wertvollem Schmuck und ein Muschelpokal sowie eine Schüssel auf den Boden hinabgleiten. Ein kleiner Hund im Vordergrund betrachtet aufmerksam diesen ungewohnten Besucher. Im Hintergrund fällt der Blick durch eine Öffnung, über der ein großer dunkelgrüner Vorhang herabhängt, in einen weiteren Raum mit einem großen Kamin und einem Paar, das am Fenster hinter einem sitzenden Schreiber steht. Malerei in überwiegend beige-brauner Farbigkeit, durch rote Elemente aufgelockert, die erschreckten Gesichter der beiden Alten durch Helligkeit dabei besonders hervorgehoben. Das Bild führt auf drastische Weise die Vergänglichkeit und den Tod dem Betrachter vor Augen. Das Thema „Der Tod und der reiche Mann“ war bereits im 17. Jahrhundert ein beliebtes Motiv; so wird es mehrfach auch von Frans Francken d.J. (1581-1642) aufgegriffen. Rest. (1251893) (18) € 4.000 - € 6.000 Sistrix INFO | BIETEN 52 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6,500 additional images.

428 MALER DES 17. JAHRHUNDERTS, KOPIE NACH ANTHONIUS VAN DYCK (1599-1641) DIANA UND EINE NYMPHE VON EINEM SATYR ENTDECKT Öl auf Leinwand. 160 x 233 cm. In vergoldetem Rahmen. Das vorliegende Gemälde geht zurück auf ein Original im Prado in Madrid, das jetzt der Werkstatt des van Dyck zugeschrieben wird. Im Zentrum des Gemäldes die schlafende Diana vor einem Baum in einem durchsichtigen hellblauen Gewand, das ihre Brust freilässt, und einem rot glänzenden, faltenreichen Stoff, der ihre Beine umschmeichelt. Sie hat die Augen geschlossen und schläft, dabei hat sie ihren Kopf in ihre rechte Armbeuge gelehnt, mit der sie sich an einem Baum abstützt. Neben ihr eine schlafende Nymphe in einer bläulichen Tunika und einer Perlenkette um den Hals. Neben den beiden hinter einem Baum hervorkommend ein nackter Satyr, der sie entdeckt und mit seiner linken ausgestreckten Hand nicht nur auf Diana zeigt, die vielleicht das Endziel seiner Begierden ist, sondern auch auf den am linken unteren Bildrand liegenden, goldenen Köcher mit den Pfeilen, den Bogen und den daneben liegenden schwarz-weißen Hund. Während der Hund zu schlafen scheint und die Waffen der Diana in der Ecke liegen, vermittelt die halbe Nacktheit der Göttin ein Gefühl der Verwundbarkeit. Im Vordergrund rechts sind zahlreiche Wildstücke gestapelt, darunter auch ein Hirsch mit prächtigem Geweih, ein Kaninchen, ein Fuchs und ein großer Pfau, dessen große Federn nach rechts in den noch blauen Himmel, eines wohl zu Ende gehenden erfolgreichen Jagdtages ragen. Qualitätvolle Malerei, in der durch die gekonnte Lichtführung der helle Körper der Diana gegenüber dem dunkelbraunen Hintergrund und umgekehrt der bräunliche Körper des Satyr gegenüber dem hellblauen Himmel mit weißen Wolkenformationen besonders herausgestellt werden. Rest., einige Retuschen. Anmerkung 1: Das Originalgemälde im Prado in Madrid wurde bis zum Jahr 2002 als „Diana und Endymion von einem Satyr entdeckt“ aufgeführt, aber L. Ruiz wies nach, dass es sich bei der Szene um Diana und eine Nymphe handelt, da die neben Diana schlafende Figur weiblich ist. Anmerkung 2: Rückseitig handschriftlicher Vermerk „Schloß Stadendreif“ (wohl deutscher Oberkommandoposten in Belgien während dem 1. Weltkrieg). (1251363) (18) € 5.000 - € 6.000 Sistrix INFO | BIETEN Translate all texts into your preferred language on our homepage via Google: www.hampel-auctions.com 53

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