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Gemälde Alte Meister – Teil 2

223 MEISTER UM 1320/

223 MEISTER UM 1320/ 1340, SCHULE DES VITALE DA BOLOGNA 1289/ 1309 1359/ 60 MADONNA MIT DEM SEGNENDEN JESUSKIND Öl/ Tempera und Goldgrund auf Holz. 37,5 x 28,5 cm. Ungerahmt. Beigegeben ein Gutachten von Dr. Eric Vandamme, wissenschaftlicher Direktor am Koninklijk Museum voor Schone Kunsten Antwerpen, vom 01.01.2003, mit Ergänzungschreiben vom 19.01.2003. Das kleine Tafelbild zeigt Maria im Halbbildnis, in beiden Händen hält sie das Jesuskind, das die rechte Hand zum Segensgestus erhoben hält, während die Linke an den Saum des blauen Mantels der Mutter greift. Die Kopfhaltung der Maria, wie auch die Körperhaltung des Kindes, neigen nach links, wobei der Blick der Mutter dem Betrachter zugewandt ist, während der des Kindes nach links unten in den Raum gerichtet ist. Die Beine des Kindes sind übereinander gekreuzt, was unter dem gelb-goldenen Kleid noch zu erkennen ist. Damit wird der Jesusknabe ikonographisch als Herrscher bezeichnet. Es fällt auf, dass das Haar von Mutter und Kind in einem rötlich-gold-blonden Farbton vorgeführt wird, bei Maria in mild verlaufenden Wellen, beim Kind mit einzelnen Locken, in beiden Fällen jedoch von erstaunlich guter Farberhaltung. Neben dem Lapislazuliblau des Madonnenmantels tritt vor allem das leuchtende Scharlachrot des Kleides darunter hervor, das in der Haarfarbe eine gewisse Fortsetzung findet. Der Mantel ist mit einem Schulterstern und gesticktem Saum in Muschelgold dekoriert; die beiden breiten Nimbenscheiben punziert: Bei Maria in Form von Rosetten, beim Kind mit dreifacher Aussparung, womit die Andeutung des Kreuzes gegeben ist. Für die Autorschaft des Bildes wurde aufgrund der Stilistik zunächst an einen Sieneser Maler gedacht. Hier lagen die Vorbilder in der byzantinischen Maltradition. Die leicht grünlich wirkenden Schatten im Inkarnat ist eine von da an übliche Stilistik. Diese Schule wurde von Duccio di Boninsegna (um 1255-1319) geprägt, so lassen Bildvergleiche etwa mit dessen „Duccio-Madonna“ in der Londoner National Gallery eine Stilverwandtschaft erkennen. Im beiliegenden Gutachten von Dr. Eric Vandamme, der das Gemälde ausgiebig untersucht und auch etwa die Echtheit der Nimbenpunzierung bestätigt hat, wird der Name Duccio und dessen Werk zunächst auch in Erwägung gezogen. Im Gutachten wird auch die Meinung von Prof. van Os berücksichtigt. Allerdings kommt die Untersuchung letztlich zu dem Schluss, dass trotz aller Schwierigkeiten der Bestimmung einer Autorschaft bzw. des Vorbildes der Bologneser Vitale da Bologna mit größerer Überzeugung zu nennen sei. Der Maler ist auch bekannt unter dem Namen Allegretto Nuzi, Vitalis de Equis, Vitale delle Madonne, Mimo de‘Cavalli. Die Abhängigkeit des Bildes von diesem Künstler, der den sog. Internationalen Stil mitbegründete, bestätigt sich durch den Vergleich mit dessen „Madonna dei Battuti“ (um 1340), die sich in den Vatikanischen Museen befindet. Die figürliche Darstellung ist mit dem vorliegenden Bild nahezu identisch, allerdings mit einigen kleinen Unterschieden, wie das im römischen Bild fehlende Rot des Kleides, während dort sich seitlich zusätzlich auch noch Adoranten befinden. A.R. (1240535) (1) (11) MASTER CA. 1320/ 1340, SCHOOL OF VITALE DA BOLOGNA, 1289/ 1309 1359/ 60 MADONNA WITH CHRIST CHILD BLESSING Oil/ Tempera on gold ground on panel. 37.5 x 28.5 cm. Unframed. Accompanied by an expert‘s report by Dr Eric Vandamme, scientific director at the Royal Museum of Fine Arts, Antwerp, dated 1 January 2003, with a complementary letter dated 19 January 2003. € 30.000 - € 40.000 Sistrix INFO | BIETEN 14 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.000 additional images.

224 JAN MABUSE GOSSAERT, UM 1478 1532 ANTWERPEN, KREIS DES MADONNA MIT DEM KIND Öl auf Holz, verso gefestigt. 76 x 55 cm. In vergoldetem bemalten Rahmen. Auf einer Veranda an einem Tisch die sitzende Madonna in dunkelblauem Gewand, weißer Kopfbedeckung und rotem faltenreichen Mantel, der teils auf der Tischplatte liegt und auf dem, gehalten von ihrer rechten filigranen Hand, der nackte Jesusknabe sitzt. Dieser mit braunem lockigen Haar, hat sein kleines rechtes Bein erhoben und beide Arme weit auseinandergestreckt und schaut mit seinen braunen Augen seitlich aus dem Bild heraus. Die Madonna selbst mit langem welligen Haar, die Augen halb geschlossen und voller Konzentration liebevoll auf den Knaben blickend. Hinter ihr eine Brüstung mit zwei vorgesetzten Podesten mit je einer goldenen Kugel, einer rot und mit gold verzierten Säule sowie einem auf der rechten Seite hängenden, rot-braunen Vorhang. Der Blick fällt auf die bergige Landschaft mit Häusern und einigen Figuren am hinteren linken Bildrand. Malerei in der typischen Manier des Jan Mabuse Gossaert, bei der die rot-beigen Töne überwiegen, vor dem meist in grau gehaltenen Hintergrund mit grauem, teils heller aufklarendem Horizont. Rest., kleinere Retuschen, minimale Rahmenschäden. (1241142) (18) JAN MABUSE GOSSAERT CA. 1478 1532 ANTWERP, CIRCLE OF MADONNA AND CHILD Oil on panel, reinforced on the reverse. 76 x 55 cm. In painted gilt frame. € 18.000 - € 25.000 Sistrix INFO | BIETEN Translate all texts into your preferred language on our homepage via Google: www.hampel-auctions.com 15

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