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Gemälde Alte Meister – Teil 2

238 ANTHONIUS VAN DYCK,

238 ANTHONIUS VAN DYCK, 1599 ANTWERPEN 1641 LONDON, KREIS/ NACHFOLGE DES DER PROPHET JEREMIAS HÖRT DEN POSAUNENSCHALL Öl auf Leinwand. 118 x 97 cm. Das Gemälde, großformatig angelegt, zeigt eine bärtige bejahrte Gestalt mit entblößtem magerem Oberkörper, nach rechts an einem Tisch sitzend. Vor ihm Bücher, Schriftstücke sowie ein Schädel. In der Hand hält er eine Schreibfeder, seine Linke ist auf ein großes Buch gelegt. Sein Blick ist nach rechts oben, den sich lichtenden Wolken entgegengerichtet, aus denen eine Posaune ins Bild hereinragt. Die stilistische und darstellungsinhaltliche Nähe zu der bekannten Gruppe von Bildern des Anthonius van Dyck, die den Heiligen Hieronymus darstellen, ist offensichtlich. Dies mag auch zu einer Interpretation des Dargestellten als diesen Kirchenlehrer geführt haben. Vergleichbar mit den genannten Werken ist vor allem die rotfarbige Manteltuchkleidung. Aber auch die Wahl eines alten, mageren und bärtigen Modells spräche für diese Darstellung. Jedoch ist das Motiv der Posaune keineswegs mit der Ikonographie des Hieronymus in Einklang zu bringen. Vielmehr muss es sich um die Darstellung des Propheten Jeremias handeln, gemäß des Bibeltextes mit der prophetischen Klage um den Untergang Jerusalems, wonach es heißt „[...] habe keine Ruhe; denn meine Seele hört der Posaunen Hall und eine Feldschlacht und einen Mordschrei über den andern; denn das ganze Land wird verheert, plötzlich werden meine Hütten und meine Gezelte verstört.“ (Jer. Kap. 4/19-20). Offensichtlich hat der Maler die Hieronymus-Darstellungen als motivische Vorbilder für das vorliegende Werk übernommen. Dem Text der Prophetie entspricht demnach auch die Dramatik, die der Maler in den dunklen Wolkenhintergrund eingesetzt hat. A.R. (1240351) (11) ANTHONY VAN DYCK, 1599 ANTWERP 1641 LONDON, CIRCLE/ FOLLOWER OF THE PROPHET JEREMIAH Oil on canvas. 118 x 97 cm. € 10.000 - € 15.000 Sistrix INFO | BIETEN 32 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.000 additional images.

239 NORDITALIENISCHER MALER DES 16. JAHRHUNDERTS MADONNA MIT DEM KIND UND DEM HEILIGEN HIERONYMUS Öl auf Leinwand. 42 x 55 cm. Das Gemälde in einem aufwändig mit Relief beschnitzen Ädikularahmen mit seitlichen Frührenaissance­ Pilastern, geradem Gesimsabschluss sowie zwei Adelswappen in den Pilastersockeln. Rahmen in Vergoldung und Niello-Technik gearbeitet, 19. Jahrhundert. Das querformatige Gemälde tradiert den Kompositionsaufbau der Madonnenbilder der Bellini-Schule, inspiriert durch die Bildauffassung, wonach die Madonna mit dem Kind auf dem Schoß vor einem Velum- oder Mauerhintergrund sitzend, wiedergegeben ist, mit seitlichem Blick in eine Landschaft. Hier tritt von rechts die Gestalt des büßenden Heiligen Hieronymus heran, der mit entblößter Schulter und grauem Bart einen Stein in der Hand hält, mit dem er sich selbst als Sünder straft. Im Hintergrund rechts Ausblick in eine Landschaft mit hellem Turmgebäude zwischen Bäumen mit Wolkenhimmel. Der Bildtypus kann als frühes Beispiel der „Sacra Conversazione“ gesehen werden, in der Heiligengestalten unterschiedlicher Epochen im Blick- oder Gesprächskontakt zueinander gestellt werden. Die Farbigkeit und der Malduktus weisen auf die venezianische Malerei der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, ein Stil der jedoch lokal zuweilen noch lange nachgewirkt hat. (1241531) (11) NORTH ITALIAN SCHOOL, 16TH CENTURY THE VIRGIN AND CHRIST CHILD WITH SAINT JEROME Oil on canvas. 42 x 55 cm. Frame in gold plating and niello technique, 19th century. This type of depiction can be described as an early example of a Sacra Conversazione [holy conversation] in which saints of various periods are depicted in contact or conversation with each other. The colouration and style suggest a Venetian School of the first half of the 16th century, representing a style of painting that continued to have an effect locally long after that. € 8.000 - € 10.000 Sistrix INFO | BIETEN Translate all texts into your preferred language on our homepage via Google: www.hampel-auctions.com 33

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