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Alte Meister – Teil 1

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392 MATTIA PRETI, 1613

392 MATTIA PRETI, 1613 TAVERNA/CATANZARO 1699 VALLETTA/ MALTA Der in Kalabrien geborene und auf Malta verstorbene Maler hatte nach Auskunft seiner Zeitgenossen ein äußerst bewegtes Leben. Er war nicht allein Maler, sondern auch Ordensritter der Malteser und wurde aufgrund des Ruhmes seiner Familie „Il Cavalier Calabrese“ genannt. In Rom erhielt er Aufträge von Papst Urban VIII sowie von Kardinal Rospigliosi. Sein Werk zeigt die Schule des Guercino (1591-1666), Giovanni Lanfranco (1582-1647) und Domenico Zampieri (1581- 1641) sowie den starken Einfluss der tenebristischen Malerei der Caravaggisten. Werke seiner Hand finden sich in den bedeutendsten öffentlichen Sammlungen und Museen wie etwa Museum of Fine Arts Houston, Nationalmuseum, Warschau, Prado, Madrid, Pinacoteca di Brera Mailand, Galleria dell‘Accademia Venedig, sein Selbstbildnis befindet sich in den Uffizien Florenz. DAS GLEICHNIS VOM REICHEN MANN UND VOM ARMEN LAZARUS Öl auf Leinwand. Doubliert. 193 x 286 cm. Ungerahmt. Dem Gemälde ist in Kopie ein Gutachten von Nicola Spinosa vom 23. November 2018 beigegeben. Das vorliegende Gemälde ist bei der Fototeca Zeri „Nr. 53431“ als Mattia Preti verzeichnet. Die Darstellung des Gemäldes geht zurück auf die Bibelstelle Lukas 16, 19-31, in welcher berichtet wird „Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein armer Mann mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voller Schwären und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und ward begraben.“ An dieser Stelle wird nun das festliche Mahl gezeigt, welches der reiche Mann am rechten Ende des Tisches genießt, in Purpur gekleidet und von reichem Silbergerät umfangen, welches sich hinter ihm in großen Schauregalen sammelt. Am linken unteren Ende jedoch Lazarus, der, ärmlich bekleidet und abgemagert, eine offensichtlich nach Hilfe suchende Geste ausdrückt. Ein neben ihm stehender Hund deutet auf die Hunde, die in der Bibelstelle genannt werden, hin. Ein die Szene überfangender Fächer mit Pfauenfedern mag auf die Eitelkeit hindeuten und den Wohlstand, welcher dem reichen Mann nach seinem Tod zum Verhängnis wird, denn Lazarus wird nach dem Tod mit Wohltaten belohnt, während der reiche Mann Höllenqualen leiden muss. Provenienz: Dorotheum Wien, 23.04.2018, Lot 64, dort noch als Malteser Schule des 17. Jahrhunderts tituliert, kann dieses Gemälde nun, dank Spinosa und der historischen Quellen, eindeutig an Mattia Preti gegeben werden. Als Vergleich kann eine Version des Themas im Palazzi Barberini gelten, welches jedoch nicht so reich ausgestaltet ist (Inventarnummer 1363). Literatur: Das vorliegende Gemälde wurde bereits 1936 in The Art Bulletin, Band 18, Nr. 3, September 1936, auf den Seiten 378/379 besprochen, in dem Aufsatz „Mattia Preti“ von Georgina Goratkin, mit einer schwarz-weiß-Abbildung auf der S. 379, Abb. 7. Damals noch als in Privatsammlung in Neapel befindlich. Lorenza Mochi Onori e Rossella Vodret, Galleria nazionale d’arte antica: Palazzo Barberini, Rom 2008, S. 320 mit entsprechender Biografie. Nicht weniger evident ist ein Gemälde, welches im Museo Capodimonte in Neapel aufbewahrt wird (Mattia Preti, Tra Roma, Napoli e Malta), Austellungskatalog: Neapel Museo di Capodimonte, März-Juni 1999, S. 174-177. (1211872) (13) 138 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 5.000 additional images.

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