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Alte Meister – Teil 1

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382 PHILIPPE DE MOMPER

382 PHILIPPE DE MOMPER D. J. , UM 1610 1675 TULPENMARKT AM HAFEN IN LIER Öl auf Leinwand. Doubliert. 63 x 89 cm. Um 1635. Ungerahmt. Beigegeben ein Gutachten von Dr. Klaus Ertz vom 24. September 2019 (im Original vorliegend). Die Stadtansicht ist aus der Kavaliersperspektive gesehen. Der Blick führt über den großen Marktplatz hinweg, hin zur Stadtkirche Sankt Gummarus mit ihrem heute noch erkennbaren Erscheinungsbild, etwa der typischen gewölbten Turmhaube mit hoher Spitze. Rechts dahinter, in hellerem Licht der Turm des Beguinenhofs mit dem zugehörigen Kirchengebäude. Der Platz selbst ist links von hohen Bürgerhäusern gesäumt, z. T. mit Treppengiebel, rechts der ins Zentrum der Stadt hereingeführte Kanal mit anliegenden Schiffen. Neben der Stadtvedute selbst gilt das Hauptaugenmerk dem regen Treiben auf der großen Marktfläche. Zahllose Personen, Pferdekarren und Planwagen haben sich zum Ereignis eines Tulpenmarktes eingefunden. Historisch ist hierbei von Interesse, dass nach 1600 die Wirtschaft der Stadt, die bis dahin vom Viehhandel geprägt war, stark zurückging. So versteht man, dass sich auch hier, wie in zahlreichen anderen niederländischen Städten ein neuer Markt auftat und zwar der Handel mit Tulpenzwiebeln, der ab etwa 1630 zunächst enorme Erfolge verzeichnen konnte. Bekanntlich musste diese „Tulpenmanie“, auch Tulpenwahn oder Tulpenfieber genannte Spekulationsblase, dem heutigen Börsengeschehen vergleichbar, Anfang 1637 ein jähes Ende nehmen. So lässt sich auch die Entstehungszeit des Gemäldes in diesen Zeitraum um 1635 gut einordnen. Das Bild ist einerseits schon wegen des historischen Denkmalwertes für die Stadt Lier von nicht unerheblicher Bedeutung. Zudem ist es aber gerade auch wegen der Wirtschaftsgeschichte der Zeit als ein wertvolles Dokument der „Tulipomanie“ im Goldenen Zeitalter der Niederlande zu werten. A.R. (1210121) (11) 114 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 5.000 additional images.

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