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Gemälde Alte Meister, Teil 1

596 Paolo Farinati, 1524

596 Paolo Farinati, 1524 Verona – 1606 Obwohl der Maler Schüler von Nicolo II Ursino v. Giolfino (1476 – 1555) war, hatte er sich doch mehr an die Vorbilder Giulio Romano (um 1499 – 1546) und Paolo Veronese (1528 – 1588) gehalten. So zählt er zu den italienischen Manieristen und wirkte sowohl in Verona, als auch in Mantua und Venedig. Sein erstes Hauptwerk war wohl das Altarblatt für den Dom von Mantua. Zusammen mit Veronese, Domenico Riccio Brusasorzi (1516 – 1567) sowie Battista Angelo del Moro (um 1514 – um 1574) arbeitete er an den Fresken in der Sakris tei des Doms. Bereits von dem frühen Biografen Giorgio Vasari (1511 – 1574) wurde er für seine Kompositionen gerühmt. Dies hatte auch zur Folge, dass er mehrere Auf träge, wie etwa in Santa Maria in Organo, in Piacen za in der Kirche Sankt Sixtus und weiteren Orten erhielt. Werke, von denen sich bereits viele weltweit in Museen befinden. DIE HEILIGE FAMILIE MIT DER HEILIGEN ELISABETH UND DEM JOHANNESKNÄBLEIN Öl auf Leinwand. 75 x 92 cm. Dem Gemälde ist eine ausführlich dokumentierte Expertise von Dr. Alessandro dell Priori beigegeben, mit entsprechenden Vergleichshinweise wie etwa der Madonna col Bambino della Rosa in einer Lünette des Museums Castelvecchio in Verona, das auf 1579 datiert ist. Grundsätzlich gilt das Werk der Verehrung der Maria mit dem Kind, hier im Zentrum als Maria lactans vorgestellt. Maria nach links sitzend, die Kopfhaltung nach rechts, während sie dem Kind die Brust bietet, das sich jedoch hier sichtlich abwendet, um auf den links unten im Bild liegenden Johannesknaben zu blicken. Dies eine höchst seltene Bildidee, die ganz dem Geist des Manierismus verpflichtet ist. Dadurch werden die Heiligen Elisabeth und Josef zu Nebenfiguren. Auffällig ist die Liegepose des Johannesknäbleins. Hier in perspektivischer Verkürzung gezeigt, ein Kompositionsmerkmal, das sich auch in weiteren Gemälden von Farinati findet, nicht zuletzt steht hier wohl Andrea Mantegnas (1431 – 1506) „Christo in Scurto“ Pate. tions.com Das Gemälde, wie die Figuren insgesamt, in warmen Farb tönen gezeigt, die manieristische Drehung der Körper vor allem bei Maria und dem sich nach unten links wendenden Kind zu erkennen. A.R. Literatur: Federico Dal Forno, Paolo Farinati, 1524 – 1606, Verona 1965. Paolo Farinati, Giorgio Marini, Paola Marini, Francesca Rossi (Hrsg.), G. Peretti in: Paolo Farinati, 1524 – 1606: dipinti, incisioni e disegni per l’architettura, Venedig 2006, Katalog 184, S. 198 ff. (1190804) (11) Paolo Farinati, 1524 Verona – 1606 THE HOLY FAMILY WITH SAINT ELISABETH AND THE YOUNG SAINT JOHN THE BAPTIST Oil on canvas. 75 x 92 cm. Accompanied by a detailed expert’s report by Dr Alessandro dell Priori that is confirming the painting on offer for sale in this lot as a work of Farinati. The report lists examples of comparison such as Madonna col Bambino della Rosa in the lunette of the Castelvecchio Museum in Verona, which dates to 1579. The scene is here depicted in foreshortened perspective, a compositional feature, which can also be found in other paintings by Farinati and not least Andrea Mantegna’s (1431 – 1506) Christo in Scurto probably acted as a model here. Literature: F. Dal Forno, Paolo Farinati, 1524 – 1606, Verona 1965. P. Farinati, Giorgio Marini, Paola Marini, Francesca Rossi (ed.) G. Peretti in: Paolo Farinati, 1524 – 1606: dipinti, incisioni e disegni per l’architettura, Venice 2006, catalogue 184, pp. 198. € 10.000 - € 12.000 Sistrix INFO | BIETEN 597 Jacopo Zucchi, um 1540/42 Florenz – um 1589/96 Florenz oder Rom Der Maler war ein Vertreter des florentiner Manierismus und Schüler des berühmten Giorgio Vasari (1511- 1574), mit dem er 1567 nach Rom ging, um dort in mehreren Kirchen und Kapellen im Vatikan zu wirken. In San Silvestro al Quirinale sowie in San Giovanni Decollato schuf er Altarbilder und Fresken. Die Ausmalung des Chors von Santo Spirito in Sassia dürfte zu den wichtigsten seiner Werke gehören, dort schuf er ein komplexes Pfingstprogramm wie ebenso den Freskenzyklus im Palazzo Ruspoli in Rom. DIE HEILIGE FAMILIE MIT DEM JOHANNESKNABEN UND EINER JUGENDLICHEN FRAUENGESTALT Öl auf Holz. 120 x 90 cm. Dem Gemälde ist eine ausführlich dokumentierte Expertise von Alessandro del Priori, Universität Florenz, beigegeben (o.J.). Hierhin werden die stilistischen Bezüge sowohl auf das Werk Raffaello Santis (1483- 1520) dargestellt, wie etwa im Vergleich mit der „Sacra Familia di Francesco I“ (datiert 1518, im Louvre) sowie mit Hinweisen auf die Werke von Giulio Romano (um 1499-1546). Letztlich wird im Gutachten die Entstehung des Bildes in die Zeit zwischen 1590 bis um 1595 datiert, nicht zuletzt auf Grund von Vergleichen mit einem Werk in einer Privatsammlung, die in der Gutachtenabbildung dargestellt ist sowie mit Vergleichsbeispielen von Raffael-Vorbildern des Malers. Der Maler hat das Jesuskind ins Zentrum der Darstellung gestellt, in Schräglage im Schoß der Mutter liegend, beide Hände emporgerichtet, um einen Vogel entgegenzunehmen, den der Johannesknabe reicht. Die Mutter, leicht über das Kind gebeugt, hält die rechte Hand erhoben, wiederum einen dünnen Faden zwischen den Fingern, der zum Vogel führt. Im oberen linken Bildfeld überhalb der Schulter der Maria eine weitere weibliche, jugendlich wiedergegebene Figur, deren Deutung hier nicht gegeben werden kann. Die Figur des Heiligen Joseph rechts oben ist in einer Art Untermalung zu erkennen, der Heilige mit der linken Hand auf einen Stock gestützt, vor dunkelbraunem Hintergrund. Die manieristische Bildsprache zeigt sich durch den kühnen Schwung im Kleid der Maria, der nahezu C-bogig das auf einem weißen kissenartigen Laken liegende Kind umfängt, aber ebenso die nahezu transluzide Leuchtkraft des kardinalroten Kleides, das mit dem Blau des Mantels im Kontrast steht. Dagegen erhebt sich das kräftigere Rot im Umhang des Johannesknaben ab, findet jedoch eine punktuelle Entsprechung in den roten Kopffedern des Vögelchens. Literatur: Ulrich Pfisterer, Weisen der Welterzeugung - Jacopo Zucchis römischer Götterhimmel als enzyklopädisches Gedächtnistheater, in: Frank Büttner; Markus Friedrich; Helmut Zedelmaier (Hrsg.): Sammeln, Ordnen, Veranschaulichen. Wissenskompilatorik in der Frühen Neuzeit. Pluralisierung & Autorität, Band II, Münster 2003, S. 325-359. Hermann Voss, Jacopo Zucchi: Ein vergessener Meister der florentinisch-römischen Spätrenaissance, in: Zeitschrift für bildende Kunst, NF 24 (1913), S. 151-162. (11908015) (11) Jacopo Zucchi, ca. 1540/42 Florence – 1589/96 Florence or Rome THE HOLY FAMILY WITH THE YOUNG SAINT JOHN THE BAPTIST AND ANOTHER YOUTHFUL FEMALE FIGURE Oil on panel. 120 x 90 cm. Accompanied by a detailed expert’s report by Alessandro del Priori, University of Florence (n.y.). € 18.000 - € 20.000 Sistrix INFO | BIETEN 90 For around 6,500 additional detailed images: www.hampel-auctions.com

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