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Die Max Liebermann Auktion

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Die Sammlung Hans-Georg Karg - Bedeutende Werke von Max Liebermann

VORWORT Matthias Eberle,

VORWORT Matthias Eberle, Verfasser des Werkverzeichnisses der Gemälde und Ölstudien Max Liebermanns. DIE SAMMLUNG DES HANS-GEORG KARG Es ist nicht ungewöhnlich, daß ein wohlhabender Mann plötzlich Gefallen findet an einer Skulptur, einem Gemälde, einem alten Möbelstück, einem wertvollen Buch oder einer kostbaren Goldschmiedearbeit. Er freut sich des Besitzes, sein Blick in die Welt verändert sich; ein Stück bleibt selten allein, um ihn entstehen Areale, Räume eigener Prägung. Er, der sie bewohnt, beginnt sich genauer für die Stücke zu interessieren, er lernt ihre Herkunft, ihre Geschichte kennen, er wird zum Liebhaber, zum Sammler. Hans-Georg Karg erwarb zunächst ein paar kleinere Gemälde von Max Liebermann, dann weitere Bilder, Pastelle, Zeichnungen und Druckgraphiken von Max Liebermann, schließlich auch Briefe und Bücher von Max Liebermann. Nichts sonst. Was er im Laufe von zwanzig Jahren zusammentrug und womit er sich exklusiv umgab, das war im engeren Sinne des Wortes keine Kunstsammlung, sondern das war der gegenständliche Ausdruck einer inneren Gemeinsamkeit, einer Verwandtschaft. Was der Sammler im Werk des Künstlers suchte und wohl auch fand, war die Bestätigung einer inneren Haltung, eines Ethos. Dem Sammler gefielen die vielen eifrigen, unausgesetzt tätigen Mädchen und Frauen, die Max Liebermann in Holland gemalt hatte. Er sympathisierte mit Motiven wie der kleinen „Strickenden Kuhhirtin“ aus dem Jahr 1888, die er als erste erwarb, wenig später folgte ihr die junge, altmeisterlich gemalte Frau in der „Stillen Arbeit“, 1885, dann kamen die Pastelle wie die kleine „Ziegenhirtin“ von 1887 und schließlich die monumentale „Spinnende Kuhhirtin“, 1895, die einen besonderen Platz in seiner Sammlung einnahm. Doch nicht nur der Fleiß der Kinder, der jungen Mädchen war für Max Liebermann ein immer wiederkehrendes Thema, sondern auch die rührige Tätigkeit der Frauen in den Fischerdörfern, die der Maler bei seinen regelmäßigen Besuchen in den 1890er Jahren beobachten konnte. Der Sammler schätzte die kleinen, schnell gemalten Skizzen, auf denen man aus respektvoller Distanz Zeuge wird, wie die Frauen das Haus putzen („Holländisches Bauernhaus mit Frau“, 1882), die Wäsche aufhängen („Holländische Dorfecke mit hängender Wäsche“, 1890) und zum Bleichen auf der Wiese auslegen („Wäschetrocknen – Bleiche“, 1890). Das alles waren Bilder vom Leben der einfachen Leute, die, emsig tätig, durch ihre Arbeit das eigene Wohl sicherten und zu dem der anderen beitrugen. Und es muß ihm gefallen haben, dass Max Liebermann seine Sympathie für diese Haltung, diese Lebensform nicht ohne Wärme, aber immer nüchtern, sachlich vortrug. Max Liebermann mied das Sentiment wie der Teufel das Weihwasser – und darin traf Hans-Georg Karg, der Berliner aus Moabit, den Berliner Max Liebermann vom Pariser Platz. Ein weiteres Motiv, das ihn berührte, waren Kinder. Schon das erste Bild eines Kindes, das er erwarb, „Spielendes Kind in der Haustür“, 1875, ist nicht nur malerisch ein kleines Meisterwerk, es ist bei aller Wärme für den kleinen Menschen auf der Schwelle zum Leben frei von all der Süßlichkeit, die viele Bilder gleicher Art aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in Deutschland so unerträglich macht. Vielleicht ist unter den Arbeiten Max Liebermanns zu diesem Motiv das Gemälde „Spielende Kinder in einem Dorf (Noordwijk)“, (1905) das eindrucksvollste. Kinder, wie könnte es aus diesem Blickwinkel aber auch anders sein, sollen bis zu einem bestimmten Alter ruhig intensiv spielen. Doch irgendwann kommt der Ernst des Lebens. Spürbar wird er im „Schulgang in Laren“, von (1898) - und bei den Ziegen oder Kühe hütenden Mädchen und Knaben („Junge mit Ziegen“, 1889). Was aber tut der Mensch, wenn er nicht arbeitet, wenn er nicht in der Pflicht steht? Der Romantiker hätte die Einsamkeit des Hochgebirges oder der Küste aufgesucht, er wäre auf Wanderschaft gegangen. Andere folgten Goethes Spuren in Italien, um dort das große Bildungserlebnis zu erfahren. Max Liebermann dagegen ging zunächst nach Barbizon, dann aufs Land in der Umgebung von München, schließlich fuhr er immer wieder in die Niederlande. Und so erscheint zunächst ein kleiner bayerischer Biergarten interessant („Biergarten in Etzenhausen“, 1879), eine der frühesten Erwerbungen des Sammlers. Es folgen das große, ruhige, im kühlenden Schatten liegende „Wirtshaus in Overveen“, 1895 und zum Schluß eines der vielen Berliner Gartenlokale am Wasser („Gartenlokal an der Havel“, 1921), ein Motiv, um das der Maler auch in einem ganzen Skizzenbuch kreist. Mit dem steigenden Interesse am Werk des Künstlers wuchs gleichzeitig auch das an seiner Person, seiner Biographie, seiner Familie. Niederschlag fand dies in dem Erwerb des „Selbstbildnisses“, des Künstlers (1915), sowie in den zahlreichen Zeichnungen und Autographen, die der Sammler nach und nach erwarb. Aus der Neigung wuchs das Engagement – der Sammler finanzierte auf großzügige Weise die Erarbeitung des Werkverzeichnisses der Gemälde und Ölstudien Max Liebermanns (1995/96). Bei zwei Motiven, die für das Werk Max Liebermanns so charakteristisch sind, hat man den Eindruck, der Sammler habe sie gleichsam aus Gründen der Vollständigkeit ebenfalls berücksichtigt, doch ihnen gegenüber eine gewisse Zurückhaltung geübt. So finden wir in dieser Kollektion nur zwei Bilder für den Sommerurlaub des Berliner Großbürgers um und nach 1900 („Reiter am Meer“), doch keines der vielen Bilder mit promenierenden Sommergästen an den Stränden der holländischen Badeorte, die Max Liebermann zwischen 1905 und 1912 so häufig malte. Und auch von rund 200 Bildern, die nach 1915 im Garten des Künstlers entstanden sind, findet man in der Sammlung Hans-Georg Karg nur eines. Hier bestand das Bedürfnis nach immer neuer Sicht, nach immer neuer Variation des Themas offenbar nicht. So zeichnet die Auswahl das Profil des Sammlers nach. Sie dokumentiert darüber hinaus eine Haltung, die sich auch niederschlägt in der Stiftung des Ehepaars Karg zur Förderung von Hochbegabten. Dieser Stiftung fließen die Erträge der Auktion in vollem Umfang zu. Matthias Eberle

PREFACE Matthias Eberle, author of the catalogue raisonné of the paintings and oilstudies by Max Liebermann. THE COLLECTION OF HANS-GEORG KARG It is not unusual that a wealthy man suddenly is attracted by a sculpture, a painting, an old piece of furniture, a precious book or a luxurious piece of goldsmith’s art. He is pleased with his possession, his view of the world changes. A piece seldom exists alone, areas around it will arise, rooms of own impress. The one who inhabits those rooms begins to be more interested in those pieces, he learns about the source, the history thereof, and becomes an admirer, a collector. First Hans-Georg Karg purchased some smaller paintings by Max Liebermann, then further paintings, pastel paintings, drawings, and printed graphics, finally even letters and books of Max Liebermann. Nothing else. Those items, being collected during twenty years, surrounding him exclusively, were not only a collection of art, but the expression of a concrete internal mutuality, of a relationship. The collector was seeking and maybe has found in the œuvre of the artisan the confirmation of an inner attitude, of an ethos. The collector was pleased with those many busy, permanently active girls and women, Max Liebermann had painted in Holland. He sympathised with subjects as „Knitting dairy maid”, 1888, which he acquired first. At a later date this painting was followed by „Silent work“, 1885 depicting a young woman in the manner of old masters. Then he acquired the pastel painting little „Goat shepherdess“, 1887 and finally the monumental „Spinning dairy maid“, 1895, which occupied a special place in his collection. Max Liebermann was not only attracted by the repeated subject as the diligence of children and young girls, but also by the busy activeness of women in fishing villages, the painter had watched during his regularly visits in the years from 1890 onward. The collector appreciated those small quickly painted sketches, showing from a certain distance women cleaning the house,(„Dutch farmhouse with woman“, 1882), hanging clothes, („Corner of a Dutch village with hanging clothes“, 1890) and bleaching clothes on a meadow („Drying clothes – bleach“, 1890). These were pictures of common people’s life, people busy to make safe their own well-being and to contribute their part to others. It is to be supposed, that the way Max Liebermann showed his sympathy towards this behaviour, this way of living in a moderate and objective way, not without warmth, pleased Karg. Both men were from Berlin - and both, Max Liebermann and Karg - disliked sentiments. Children were another subject Mr. Karg was affected by. The first picture of a child he acquired „Playing child at the front-door“ of 1875 was a masterpiece, which not only depicted warmly a child at the threshold of life, but has not at all been painted in the sweetish manner of paintings of the same period, being unbearable today. One could say, that among Max Liebermann’s paintings dealing with this subject, „Playing children in a village (Noordwijk)“, 1905 is the most impressive. It is quite natural that children should play intensively up to a certain age. Anyhow the seriousness of life, coming soon some day, is to be felt in „Way to school in Laren“, 1898 – and it is to be felt when regarding those girls and boys tending goats and cows („Boy with goats“, 1889). What are people doing in their leisure time? The Romantic would have sought the loneliness of high mountain-chains or of the seaside, going on travel. Some people followed Goethe’s footprints in Italy to experience the education of culture. Max Liebermann on his part first moved to Barbizon, then to the countryside near Munich, later he travelled repeatedly to the Netherlands. Therefore a little Bavarian beergarden seems to be of interest („Beergarden in Etzenhausen“ 1879), being one of the earliest purchases of the collector, followed by the big and calm, lying in a refreshing shadow „Tavern in Overveen“, and finally one of the numerous open-air-restaurants in Berlin, located at the water („Open-air-restaurant at Havel“, 1921). These are motives and subjects the painter repeatedly returned to as to be found in his sketchbook. Together with the increasing interest in the œuvre of the artisan the interest in the person himself, his biography and family increased, too. This is witnessed by the purchase of the „Self portrait“ of the artisan, 1915 as well as by numerous drawings and autographs, the collector acquired one by one. Fancy became engagement – the collector supported generously the work for a catalogue raisonné of paintings and oil studies of Max Liebermann (1995/96). Two motifs even so characteristic of Max Liebermann’s œuvre seem to have been collected for reason of completeness but without any engagement. Only two paintings, depicting the summer holidays of upper class citizens of Berlin before and after 1900 „Horse rider at the sea“, but none of the numerous paintings depicting guests strolling along the lido of Dutch resorts at the seaside in summer, Max Liebermann had painted quite often, are to be found in the collection. Only one picture of more than 200 painted in the artisan’s garden after 1915 belong to the collection. Obviously there was no need for new sights, new variations of the same theme. It can be said, that the selection supplies a kind of profile of the collector. Furthermore the selection testifies an attitude, even to be found in the foundation of the Mr. and Mrs. Karg being established for promoting high gifted. This foundation will profit accrues in its entirety from the auction. Matthias Eberle

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